Auf Reisen- wie kann man sich nachhaltiger verhalten?

Klar, Reisen ist ein Thema, das immer Emissionen mit sich bringt. Reisen lässt sich aber nicht immer verhindern und es wäre ja auch schade, wenn man nichts mehr von der Welt sähe.

Also stellt sich die Frage, wie man die Reise-CO2 Bilanz optimieren kann, Müll vermeiden und Wasser einsparen.

Im Hotel fallen uns folgende Möglichkeiten auf:

  1. Zimmerservice: Viele Hotels bieten inzwischen ein Kärtchen an, das man aufs Kopfkissen legen oder an die Tür hängen kann, wenn man auf Bettwäschewechsel verzichtet, um Wasser einzusparen. Handtücher über mehrere Tage zu benutzen, statt sie gleich auswechseln zu lassen, spart ebenfalls ordentlich Wasser ein.
  2. Viele Hotels bieten Pflegeprodukte inzwischen nur noch auf Nachfrage oder in großen Spendern. Stehen die vielen kleinen Fläschchen und Tübchen dennoch im Bad, ist es gut, sich zu fragen „brauche ich das wirklich“? Für den Fall, dass die Produkte angebrochen werden: mitnehmen und zuende brauchen. Vielleicht ist die kleine Verpackungsgröße ja auch wieder befüllbar für die nächste Reise?
  3. Häufig wird inzwischen eine völlig leere Minibar gekühlt, für den Fall, dass man etwas kühlen möchte. Im letzten Hotel, in dem ich war, durfte man sie ausstecken, solange man sie beim Auszug wieder einsteckte.
  4. Auch beim Frühstücksbuffet kann man sich für lose Produkte oder solche aus Großverpackungen entscheiden.
  5. Beim Ordern von Getränken explizit auf Strohhalm verzichten.
  6. Morgens ein Kaffee? Ist eine schöne Sache. Hat das Hotel eine Kaffeemaschine im Zimmer deponiert oder einen Wasserkocher, kann es sich lohnen, eigene Pads oder löslichen Kaffee (z.B. Bio Kaffee von GEPA- immerhin Nachhaltigkeitspreisgewinner-  im Glas) mitzunehmen, um nicht auf angebotene einzeln folierte Portionsgrößen zurückfreifen zu müssen. Gleiches gilt für den „To-Go-Becher“ und das Rührstäbchen, die gelegentlich beide auch noch einzeln foliert sind. (bei knapp 3 Milliarden „To-Go-Bechern“ in DEUTSCHLAND im Jahr lohnt jeder nicht genutzte Becher!)
  7. Wenn man sich unterwegs einen Zweitkaffee „to go“ gönnen will? Dann muss man häufig diskutieren, betteln oder verzichten, denn häufig bekommt man von Kaffeeverkäufern die Aussage, ein Auffüllen von mitgebrachten Bechern sei gegen das Gesetz. Die Lebensmittel-Hygieneverordnung schreibt aber nur vor, dass Lebensmittel nur so in Verkehr gebracht werden dürfen, dass sie nicht „der Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung“ ausgesetzt werden. Das heißt, dass der Händler dafür zu sorgen hat, dass seine restliche Ware nicht verunreinigt wird, sonst ist er haftbar. Das Risiko ist beim Kaffee gering, solange das mitgebrachte Trinkgefäss nicht die Düse berührt. Man kann auch vorschlagen, dass der Verkäufer den Kaffee in eine frische eigenen Tasse gibt und danach nur in den „to go“ Becher umfüllt. Wenn er das ablehnt, immer dran denken: es gibt noch mehr Anbieter 🙂 wahrscheinlich überlegt er/sie sich beim fünften Kunden eine pfiffige Lösung 🙂 

     

Verpackungen bei Pflege- und Putzmitteln

Alle vier Wochen holt das örtliche Müllentsorgungs- bzw. Wertstoffsammel-Unternehmen (BAV) bei uns die gelben Säcke ab.

Das ist nicht besonders häufig und daher reißen  regelmäßig noch vor Abholung kleine Nage- oder mittelgroße Haustiere die dünnen Kunststoffsäcke auf.

Beim leicht entnervten Einsammeln und der dabei zwangsläufig erfolgenden Sichtung des Inhalts fällt auf: Nicht nur in der Küche, sondern auch im Badezimmer fallen große Mengen Umverpackung und Verpackungsmüll an. Viel zu viel, wie wir immer wieder feststellen.

Beim Bäcker oder für den Gemüseeinkauf den Stoffbeutel mitzunehmen und daher Einwegverpackungen einzusparen ist keine Kunst und ein Muss (schon deshalb, weil wir gelernt haben, dass ein Stoffbeutel erst nach dem 133. Einsatz ökologisch besser dasteht, als die Plastiktüte).

Aber wie geht das bei Verbrauchs-Hygieneartikeln?

Vor einigen Tagen wollten wir daher herausfinden, bei welchen Produkten verpackungsarme plastikfreie Darreichungsformen oder verpackungsfreie Alternativen existieren.

Dabei sollten als plastikfreie Darreichungsformen nur Glas und Papier in Betracht kommen, weil diese in recycelter Form einen signifikanten Anteil des Rohstoffs für neue Verpackungen darstellen.

Bei Papier ist nämlich Altpapier mit 67% wichtigster Rohstofflieferant für die Herstellung.

Glas ist am besten direkt wiederzuverwenden, wird aber auch in über 300.000 Containern in Deutschland erfolgreich gesammelt und kann beliebig oft eingeschmolzen werden.

Besonders spannend bei der Suche nach Plastik- oder Verpackungs- freien Verbrauchs-Hygieneartikeln war die Frage der Verfügbarkeit in unserer doch eher ländlichen Region, in der sich bislang keine „unverpackt-Läden“ etabliert haben. (und ich traue dem Braten auch noch nicht, dass die unverpackt-Läden tatsächlich selbst lose Nudeln angeliefert bekommen, aber das steht auf einem anderen Blatt)

Im Einkaufszentrum haben wir Supermärkte, Drogerien, Bio Läden und Reformhäuser  nach Produkten wie Zahnbürsten, Zahnpasta, Wattestäbchen, Shampoo und Duschgel geschaut.

Los ging es bei Rossmann. Ein bisschen enttäuscht stellten wir fest, dass weder Holz- oder Papierwattestäbchen, noch Haarwaschseife oder Bambuszahnbürsten vorgehalten wurden. Die nette Verkäuferin kannte das Thema auch gar nicht und verwies lediglich auf Bionahrungsmittel. Aber zumindest Menstruationstassen (bspw. von Meluna) waren im Regal zu haben.

Bei Kaufland fanden wir immerhin Bambuszahnbürsten und Waschnüsse, die sowohl für die Waschmaschine, als auch für die Herstellung von Haar- und Körperwaschmittel geeignet sind. Darüber hinaus gab es dort den Ratschlag, dass Kaisernatron für fast alles taugt und in der Papiertüte wirklich plastikfrei daherkommt.

Müllers Drogerie verfügte über ein größeres Bio Sortiment, allerdings war fast nichts davon verpackungsfrei oder plastikfrei. Ecover Waschmittel haben wir gefunden und gekauft zu knapp 5 Euro.

Für den kleineren Geldbeutel im Bereich der Körperpflege war wenig dabei. Hier erstanden wir lediglich Zahnbürsten zu etwa 3,- Euro.

DM hatte für uns ersichtlich deutlich mehr zu bieten für verschiedene Bereiche. Haarseife als Waschstück (wenn auch tief im Regal von nur einem Anbieter), die ebelin Biowattestäbchen aus Papier, das Sortiment von ecover für Küche, Bad und Waschküche… man musste zwar ein wenig suchen, aber wir haben alles gefunden, was zum Putzen und Waschen und Haarewaschen so nötig ist.

Schließlich fündig für eine größere Auswahl an Haarseifen und weitere Pflegemittel sind wir dann erst im Bioladen geworden. Zum Glück kann man sich zumindest online über Produkte informieren, um ein Gefühl für das potentielle Portfolio der Dinge zu erhalten, nach denen man vor Ort Ausschau halten möchte.

Besonders der Bereich Verpackung ist allerdings in Onlineshops ein bestimmt für die Zukunft relevanter Filter, der so noch nicht implementiert ist. Die meisten Shops fokussieren primär auf die biologischen Produkt- und weniger auf die Verpackungseigenschaften.

Was wir uns vorgenommen haben:

  • Wattestäbchen nur noch aus Papier
  • Waschnüsse sind die erste Wahl für alles ausser weiße Wäsche
  • neue Bürsten aus Holz (keine Plastikgriffe mehr)
  • Monatshygieneartikel ausser auf längeren Reisen nicht mehr One-Way
  • Waschseifen und Shampoos am Stück (nicht mehr Flüssigseife)
  • wenn Putzmittel gekauft werden müssen, dann nur in recycelten Verpackungen, bspw. von Ecover (weil die ihre Verpackungen aus Plastikmüll herstellen )
  • Natron den Vorzug geben